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Galilel - Interview mit CEO Maik Broemme

In diesem Monat haben wir unser erstes Interview mit Maik Broemme, Founder & Lead Developer von Galilel geführt. Maik ist außerdem als Senior Program Manager für Storage Solutions tätig.

Hallo Maik, es freut uns sehr dich als unseren ersten Interview Partner begrüßen zu dürfen.

Das Projekt wurde von dir im vergangenen Jahr übernommen. Wie ist es damals dazu gekommen?

Im Juli 2018 wurde erkennbar, dass der damalige Blockchain Developer sich übernommen hatte, mit terminlich nicht haltbaren Ankündigungen und sehr wagen Formulierungen zur Zukunft des Projekts. Als er dann immer seltener erreichbar und greifbar wurde, hatte ich ihn mehrmals gebeten mir das Projekt zu übergeben. Da meine Identität immer öffentlich war, wussten zum damaligen Zeitpunkt schon viele Community Mitglieder über meinen Development Background und meine Expertise Bescheid. Nach einigen Wochen und Diskussionen, bekam ich dann die Zugangsdaten, um den Coin zu übernehmen. Das war es dann auch schon. Für mich war Galilel deshalb interessant, weil die initialen Coin Specs nicht schlecht waren. Es gab einige kleine nicht gut ausbalancierte Teile, aber die haben wir alle nach der Übernahme in einem Community Vote angepasst. Die Community hat im September 2018 mittels Vote über die aktuelle Reward Struktur, das Collateral und die Masternode vs. Staking Reward Verteilung entschieden.

Warst du zuvor schon im Projekt involviert?

Ja, ich war schon seit der Genesis Block das Licht der Welt erblickt hat im alten Discord Channel aktiv. Am Anfang, habe ich den Usern bei der Wallet oder Masternode Einrichtung geholfen und dann später nach der Collateral Anpassung von 5.000 auf 15.000, hab ich das benötigte Kapital aus der Community eingesammelt, um die Änderung für masternodes.online (MNO) zu bezahlen. Als es sich abgezeichnet hatte, dass der damalige Blockchain Developer sich übernommen hat bin ich dann immer aktiver geworden.

Momentan bist du der einzige Entwickler der auf Github aktiv arbeitet, wie sieht die Zukunft personell bei Galilel aus?

Für die drei – Desktop, Mobile und Instant Paper – Wallets die wir derzeit entwickeln ist das korrekt. Allerdings fängt jedes gute Projekt mit einer Idee und einem Entwickler an. Für mich stellt die Blockchain als Technologie eine Herausforderung als Open Source Entwickler dar, da man sie langfristig pflegen und absichern muss. Unser Team ist aber schon deutlich gewachsen, mit Christian haben wir einen sehr guten Backend und Frontend Entwickler in unser Team holen können, welcher mich bei allen nicht Wallet spezifischen Entwicklungen entlastet. Er ist im Website und Media Repository mittlerweile aktiver als ich und hat auch unsere Designrichtlinien ausgearbeitet.

Blockchain und Open Source Entwickler werden mit der Zeit auf das Projekt aufmerksam, wir werben explizit damit, dass wir ein Blockchain Development Coin sind und kein weiterer Service oder Plattform Coin.

Werden deiner Meinung nach die Milestones in der Roadmap aus dem Q1 2019 noch erreicht?

Mit Roadmaps ist das leider immer so eine Sache. In gewisser Weise sind diese immer etwas volatil. Wir haben unsere Android Wallet nahezu fertig, sie ist noch nicht im Playstore, aber kann schon als Beta über unsere Webseite bezogen werden. Aufgrund der zwei Proof-of-Stake Exploits, mussten wir natürlich von unserer Roadmap etwas abweichen. Sicherheit geht in jeder Blockchain grundsätzlich vor. Da wir eine Blockchain mit voll aktivierten Zerocoin Private Staking sind und sowohl für „Fake Stake Spent“ als auch „Zerocoin Wrapped Serials“ ein aktiver Exploit im Umlauf ist, mussten wir hier schnell reagieren. Was Galilel derzeit einzigartig macht ist unser dynamisches Zerocoin Staking. Im Gegensatz zu PIVX war unsere Chain nicht auf einen festen Zerocoin Staking Reward festgeschrieben, sondern wir haben diese mit unsere Reward Reduzierung mit dynamisch angepasst. Damit lassen sich auch Coins die eine hohe Anzahl Max Coins haben mit Zerocoin ausstatten, weil wir die beste Denomination automatisch berechnen. Im Prinzip ist das aber ein Developer Feature, da es Coin Forks mit vollständig aktivierten Zerocoin Staking deutlich vereinfacht.

Mit welchen Partnern arbeitet Galilel zurzeit am intensivsten zusammen?

Es gibt eine Liste aller Partner auf unserer Webseite. Hervorheben möchte ich derzeit Dextro.        Dextro.io akzeptiert Galilel derzeit auch als Zahlungsmöglichkeit, wenn man dort Masternodes aller unterstützten Coins hostet.

Wie sieht eure Marketingstrategie in naher Zukunft aus?

Im Moment konzentrieren wir uns darauf, dass CoinMarketCap (CMC) uns endlich listet. Wir sind an dem Thema seit Anfang Januar dran und haben in vielen Runden schon alle Fragen beantwortet die sie noch hatten. Parallel konzentrieren wir uns auf die Firmengründung. In Deutschland werden Kryptowährungen wie Fintech Startups behandelt, weshalb sich das schon aufgrund der Haftungsbeschränkung als nötig erweist. Weiterhin ist es für uns wichtig, dass wir eine Mobile Wallet im laufenden Jahr in den Apple Store bekommen und das setzt ein Unternehmen bei Kryptowährungen seit Mitte 2018 voraus. Daneben steigern wir die Bekanntheit von Galilel in kleinen Schritten, die uns auch finanziell nicht überfordern, zum Beispiel mit der Integration in Bisq. Die war für uns kostenlos, da wir den Pull Request selber erstellt haben. Das gleiche machen wir in den nächsten Wochen noch mit weiteren Exchanges.

Es gibt mittlerweile mehr als eine Handvoll Privacy Coins auf dem Markt, was möchte Galilel anders machen als die bekannte Konkurrenz?

Wir konzentrieren uns auf Blockchain Features, Privacy war für uns einfach der erste Teil, die große Vorarbeit hat da das PIVX Team natürlich schon erledigt. Eines unserer langfristigen Ziele ist es, die Blockchain weiter dezentral voranzutreiben. Wir werden zum Beispiel Masternodes erweitern, damit diese neben Budget Votes auch über die Rewards des kommenden Monats entscheiden können. Damit gibt man Masternode Besitzern die Möglichkeit die Inflation des Coins zu kontrollieren, ähnlich wie das heutige Zentralbanken tun. Ein weiteres Feature nennen wir Proof-of-Transaction, damit wird es möglich bei jeder Transaktion einen eindeutigen Betreff anzugeben, den nur die beteiligten Wallets sehen können, dieser wird verschlüsselt in der Blockchain abgespeichert. Damit gibt man Händlern eine Möglichkeit Zahlungen dauerhaft und eindeutig zuzuordnen ohne das für jeden Zahlungseingang eine eigene Empfangsadresse erstellt werden muss. Das ist vergleichbar mit dem Verwendungszweck einer Überweisung.

Wie geht Galilel mit den künftigen Verboten von Privacy Coins um?

Privacy ist erstmal nur ein Feature der Blockchain und lässt sich ggf. per Spork deaktivieren. Die Blockchain selber wird immer einen Public Coin Teil enthalten. Wir geben den Nutzern nur die Möglichkeit sich für eines oder beides zu entscheiden. Ich Vergleiche das gerne mit einem Messer. Nur weil ich mit einem Messer jemanden verletzen kann, werden Messer nicht verboten. Auf der anderen Seite bieten Privacy Coins auch für Unternehmen ganz neue Möglichkeiten. Unternehmen zögern auch deshalb mit Kryptowährungen, weil sowie sie diese als Zahlungsmittel akzeptieren, sind Ihre Vermögenswerte dauerhaft transparent und offen für jeden einsehbar. Das mag für einige Bereiche wie öffentliche Finanzen gut sein, in der freien Marktwirtschaft, werden einige dieser Kennzahlen, aber auch gern unter Verschluss gehalten oder erst zum Jahresabschluss bekanntgegeben.

Wie sehen die zukünftig geplanten Use Cases bei Galilel aus?

Wir sind eine generische Kryptowährung ohne an einen bestimmten Zweck gebunden zu sein. Ich mache das nur deshalb deutlich, weil es Unmengen an Coins gibt, die für einen bestimmten Use Case entwickelt wurden. Das begrenzt den Einsatzzweck natürlich stark und limitiert am Ende auf den Value auf einem bestimmten Wert. Ich nehme da immer folgendes Beispiel: Im Supermarkt an der Kasse zahle ich auch nicht den Kaffee der Marke A mit Coin A und der Marke B mit Coin B. Ich möchte nach Möglichkeit immer und überall jeden Artikel mit ein und derselben Währung zahlen. Genau hier setzt Galilel an. Nach der Unternehmensgründung setzen wir auf Kooperationen mit Zahlungsdienstleistern die schon Kryptowährungen in ihrem Portfolio haben.

Zu guter Letzt eine sehr häufig gestellte Frage aus unserer Community: Inwiefern unterscheidet sich Galilel von PIVX?

Die Frage lässt sich in der Tat recht einfach beantworten. Es gibt derzeit zwei Hauptunterschiede.

Erstens werden in PIVX immer 3 zPIV gemintet, wenn man Private Staking betreibt. In PIVX gab es auch niemals eine andere Möglichkeit, da Zerocoin erst implementiert wurde, nachdem die Rewards schon auf 5 pro Block gesunken waren. Mit der PIVX Implementierung lässt sich aber kein Coin Fork erstellen, der zum Beispiel 5000 Coins pro Block generieren würde und man 80% dem Private Staker gutschreiben würde. Im PIVX Fall müssten dann 4000×1 zPIV gemintet werden; in einem Block. Das würde aber zu lange dauern, weshalb ein Public Staker den Block eher lösen würde und der Private Staker nie eine Chance hätte diesen in die Chain einzubinden. In unserem Fall würden wir 4×1000 zGALI minten, also nur 4 RSA-2048 Berechnungen statt 4000. Damit hat man eine reelle Chance den Block auch in die Chain einzubinden. In jedem Privacy Coin konkurrieren die Private und Public Staker ja um den Block. Um das abzukürzen: PIVX forken mit neuem Genesis Block und aktivierten Zerocoin ist nur schwer realisierbar, mit Galilel ist das kein Problem, wir möchten und fördern das sogar.

PIVX nutzt für die Reward Verteilung zwischen Masternodes und Stakern den SeeSaw Algorithmus. Kurz zusammengefasst: Je mehr aktive Masternodes in der Blockchain laufen, desto höher sind die Rewards für Staker. Je höher die Schwierigkeit durch Staker steigt, desto höher sind wiederum die Rewards für Masternode Betreiber. Auf der einen Seite garantiert es eine ausgeglichene Balance zwischen Staking und Masternode Rewards. Auf der anderen Seite muss man Rewards aber auch als das betrachten was sie sind, nämlich ein möglichst verlässlicher und vorhersagbarer Ertrag. In Galilel werden die Rewards noch klassisch aufgeteilt, 30% Public Staker und 70% Masternode Inhaber oder 60% Private Staker und 40% Masternode Inhaber. Die Verteilung ist damit immer noch gut ausbalanciert, jedoch ist die Vorhersagbarkeit der Rewards berechenbar.